Phasen der Rehabilitation

  • In der Schwerpunktphase der medizinischen Rehabilitation soll der Erfolg der vorausgegangenen medizinischen Behandlung (ambulant und/ oder stationär) gefestigt werden. Übergeordnetes Ziel ist dabei, einer drohenden Be­hin­de­rung vorzubeugen, eine Behinderung zu beseitigen, zu bessern oder eine Verschlim­merung zu verhüten.
  • In den individuell vereinbarten Therapien (Überblick siehe
  • Therapieangebote) wird durch konkrete Arbeit an den festgelegten Zielbereichen der bereits entstandenen Chronifizierung der Krankheit entgegengewirkt.
  • Stufenweise werden je nach Zieldefinition und Belastbarkeit die Anforderungen an den Rehabilitanden gesteigert. Zentral ist in diesem Prozess das Training der Wahrnehmung von Frühwarnzeichen einer psychischen Destabilisierung. Die Akzeptanz von auftretenden Grenzen der Belastbarkeit ist wichtiger Bestandteil der therapeutischen Arbeit.
  • Bei ausreichender Stabilität für eine externe medizinische
  • Belastungserprobung wird diese in einem externen Betrieb durchgeführt. Der konkrete Praktikumsplatz wird in Abstimmung mit dem Rehabilitanden gesucht. Bei der Auswahl sind das aktuelle Leistungsbild, individuelle
  • Neigung, die bisherige berufliche Anamnese und störungsspezifische Gesichtspunkte von Bedeutung. Die medizinische Rehabilitation kann zwischen drei bis maximal 12 Monate dauern.

Ausgehend von den Zielen des Rehabilitanden...

... und den Ergebnissen der externen medizinischen Belastungserprobung (Leistungsbild) kommen nach Ende der Phase der medizinischen Rehabilitation folgende Situationen in Betracht:

1. Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben werden angeregt

  • Bei Zuständigkeit der Rentenversicherung und bei folgenden Leistungen wird die RPK-Maßnahme mit beruflichem Schwerpunkt fortgeführt: Eignungsabklärung und Arbeitserprobung, Berufsvorbereitung sowie berufliche Anpassung erfolgen in externen Betrieben. Die Koordination, Begleitung und Unterstützung sowie die regelmäßige Auswertung mit den Firmen erfolgt durch Haus Landwasser.
  • Bei weiteren Leistungen der Rentenversicherung zur Teilhabe am Arbeitsleben (z.B. Ausbildung, Umschulung, Eingangsverfahren WfbM) kann eine weitere Begleitung durch Haus Landwasser im Rahmen der stationären Eingliederungshilfe (Wohnen) oder im Rahmen des ambulant Betreuten Wohnens erwogen werden.
  • Bei Zuständigkeit der Arbeitsagentur für Arbeit kommt für alle Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben eine weitere Begleitung durch Haus Landwasser im Rahmen der stationären Eingliederungshilfe (Wohnen) oder im Rahmen des ambulant Betreuten Wohnens in Betracht

2. Die Perspektive ambulant Betreutes Wohnen ist als rehabilitatives Ziel realistisch erreichbar.

  • Begleitung durch Haus Landwasser im Rahmen der stationären Eingliederungshilfe (Wohnen + Tagesstruktur) mit Ziel des weiteren Trainings der Selbstversorgung und Aufbau der Fähigkeiten zur Gestaltung einer Tagesstruktur
Die bestehenden Therapieangebote in Haus Landwasser greifen ineinander und wirken als Ganzes zusammen. Im Verlauf der Maßnahme wird bei Über- oder Unterforderung gemeinsam eine Anpassung der Ziele vorgenommen. Damit einher geht eine zeitlich und/oder inhaltlich veränderte Perspektivenplanung. 

Zentrales Fundament während des gesamten Rehabilitationsverlaufes ist die Kontinuität der therapeutischen Bezugspersonen. Die Erarbeitung weiterer Perspektiven und die Ablösung aus Haus Landwasser erfolgt entsprechend der personenzentrierten Sichtweise unter frühzeitiger und engmaschiger Einbeziehung der beteiligten Bezugspersonen, Ärzte und Einrichtungen.